Wer Bach's Goldberg Variationen einmal gehört hat, kann sich der Faszination diese Kunstwerks kaum entziehen. So habe auch ich mir immer wieder Interpretationen dieses Werks durch verschiedene Interpreten auf Musikkonserve angehört. Das Musikstück einmal live zu erleben, war mir schon lange ein Anliegen. Nun hat sich endlich die Möglichkeit im intimen Rahmen von ProDiagonal in Lambach ergeben. Der vielseitige Pianist Andreas Thaller hat das vielschichtige Musikstück dargeboten. Erst so bekommt man einen Eindruck von der Konzentration, der Kraftanstrengung und der Ausdauer, die die Aufführung erfordert. Nach 32 Miniatur-Meisterwerken ist man zwar wieder dort, wo alles musikalisch begonnen hat, man hat dazwischen allerdings alle emotionalen Höhen und Tiefen durchwandert, die es nur gibt. Die Begeisterung der Zuhörerschaft hat sich in lang anhaltendem Applaus entladen.
Freitag, 28. März 2025
Donnerstag, 27. März 2025
Katrin Huber mit baden, baden im Museumspavillon Salzburg
Wenn ich in Salzburg bin und den Mirabellgarten durchquere, statte ich gerne dem Museumspavillon neben dem nördlichen Zugang eine Besuch ab. In drei Räumen wird hier moderne, zeitgenössische Kunst gezeigt und das bei freiem Eintritt. Jetzt gerade sind Installationen von Katrin Huber zum Thema Schwimmbäder zu betrachten. Mittels farbiger und zum Teil fluoreszierender Klebebänder schafft die Künstlerin die Illusion von Hallenbädern. Gerade weil die Galerie so klein und überschaubar ist, macht es mir Spaß, kurz einzutreten und die optischen Reize zu genießen, um dann wieder ins touristische Getriebe des Mirabellgartens einzutauchen.
Dienstag, 25. März 2025
M-Jam im OKH Vöcklabruck
In der Bar des OKH Vöcklabruck finden seit einiger Zeit zweimal im Jahr Jam-Sessions der Landesmusikschule Vöcklabruck statt. Hier können sich alte und junge musikalische Talente auf einer Konzertbühne vor Publikum erproben. Beteiligt ist Lehrpersonal der LMS, das die notwendige musikalische Unterstützung bietet. Besonders berührend finde ich dabei immer junge Mädchen, die die Hits ihrer Musik-Idole und manchmal sogar Eigenes mit vollem Einsatz zur Aufführung bringen. Auch andere mutige Sängerinnen, Schlagzeuger und Bläser haben sich dieses Mal dazugesellt. Und das Ganze hat wie immer auch den Zuhörer:innen großen Spaß gemacht.
Samstag, 22. März 2025
SALTBORN im Rossstall Lambach
Die Gruppe O2, die den Rossstall in Lambach bespielt, hat erfreulicher Weise wieder einen monatlichen Jam-Abend eingeplant, eröffnet meist von jungen, aufstrebenden Jazzformationen bei freiem Eintritt. Was ich dabei zuletzt zu hören bekommen habe, ist allerdings mehr als nur eine Einstiegsband, sie bringt eine erstaunliche musikalische Qualität auf die Bühne. Leader ist der junge, aus dem Salzkammergut stammende Schlagzeuger Simon Kirchner, der sein "Werkzeug" souverän beherrscht und einen unterhaltsamen Conferencier abgibt. Ebenso überzeugend arbeitet Tjan Sostaric am Kontrabass, der auch als Schlagzeuger und Pianist tätig ist. Das Highlight für mich war allerdings die in Kiew geborene junge Pianistin Katarina Kochetova, eine überzeugende Persönlichkeit am Klavier und für mich die wahre Leaderin in diesem Trio. Egal ob Eigenkompositionen der Bandmitglieder oder Kompositionen von Thelonious Monk, Sam Rivers und Joe Henderson, alles kommt eigenständig daher und lässt viel Freiraum für spontanes Improvisieren. Katarina Kochetova hat auch bereits ein zurecht hoch gelobtes eigenes Album veröffentlicht und wurde erst kürzlich mit dem Joe Zawinul Preis der MUK Wien ausgezeichnet. Dermaßen beeindruckt habe ich auf die anschließende Jam-Session verzichtet und lieber das Gebotene in mir nachwirken lassen.
"Queen Goes Jazz" im OKH Vöcklabruck
Walter Fischbacher und Elisabeth Lohninger sind Local Heroes im Jazzgeschäft und immer wieder einmal zu Gast in der näheren Umgebung. Nach mehreren Jahrzehnten Aufenthalt in NYC hat das Paar nun seine Zelte in Deutschland aufgeschlagen. Aneignung von Popmusik ist auch nicht ganz neu bei Keyboarder Walter Fischbacher, so wurden zuletzt Beatles-Kompositionen ins Jazz-Reich transponiert. Jetzt ist "Queen" dran, gesanglich interpretiert von Sängerin Elisabeth Lohninger. Dass Popmusik und Jazz zusammenkommen können, wird auch hier deutlich. Es entsteht etwas Neues und Eigenständiges. Die Grenzen in Richtung Popmusik hat Elisabeth Lohninger auch auf ihren eigenen Alben immer wieder überschritten. Neben Lohningers gesanglichen Qualitäten ist vor allem Fischbachers Improvisationskunst auf den Keyboards beeindruckend. Wie es sich für Local Heroes gehört, ist es ihnen gelungen, den Saal des OKH dicht zu füllen und das Publikum zu begeistern.
Mittwoch, 19. März 2025
Marc Ribot Quartet im Kulturpool Gusental
Marc Ribot begleitet mich auch schon länger auf meinem Weg durch die zeitgenössische Musikgeschichte. Bekannt wurde ich mit ihm bei seinem Solo-Auftritt vor gefühlt zwanzig Jahren im Schl8hof Wels. Er hat mir auf Anhieb gefallen und ich habe mir gleich sein Solo-Album "don't blame me" gekauft, das eine wahre Perle ist. Es ist, wie wenn Thelonious Monk Gitarre statt Klavier spielen würde. Ein anderes Mal habe ich Marc Ribot mit "Ceramic Dog" gehört, einer metallisch harten Angelegenheit. Sein jetziges Projekt "hurry red telephone" ist ein melodiös und rhythmisch filigranes Werk, besetzt mit zwei E-Gitarren, Kontrabass und Schlagzeug. Wiederholungen sind ein Stilmerkmal, das beschwörend wirkt. Der Kontrabass bildet mit seiner wuchtigen Tiefe den Kontrast zu den in hohen Lagen spielenden Gitarren. Auch Worte sind wichtig für das Ganze. So stammt auch der Name des Projekts aus einem Gedicht des amerikanischen Schriftstellers Richard Siken, das Marc Ribot in einer Zugabe am Ende des Konzerts zitiert. Ribots Musik ist spannend vom ersten Ton weg bis zum Schluss des durchgehenden Sets, in dem die einzelnen Kompositionen ineinanderfließen. Ein packendes Hörerlebnis.
Freitag, 14. März 2025
No Mouth Bigband in der Bruckneruni Linz
Anlässlich des Festivals "Leicht über Linz" gab es noch ein interessantes Konzert zu hören. Christoph Cech, der diesen Sommer seinen Ruhestand als Professor an der Bruckneruni antreten wird, hat eine reine E-Gitarren-Bigband zusammengestellt, unterstützt von drei Drumsets und Keyboard. Die dargebotenen Kompositionen kommen in modernem Gewand daher, rockige und jazzige Anklänge sind dabei auch zu vernehmen. Die Wucht dieser großen Besetzung ist stellenweise recht beeindruckend. Am besten gefällt mir das Ensemble, wenn es sich in Rockgefielden bewegt, was bei dieser Besetzung auch kein Wunder ist. Auch der Nachfolger von Christoph Cech als Professor, Clemens Wenger, hat sich die Performance angehört, die am Ende lautstark beklatscht worden ist.
Donnerstag, 13. März 2025
Janus Ensemble Wien in der Bruckneruni Linz
Schon seit mehreren Jahren findet das Festival für aktuelle Musik "Leicht über Linz" an verschiedenen Veranstaltungsorten in Linz statt, so auch an der Bruckneruni. Teil der heurigen Konzertreihe war u. a. ein Konzert des Janus Ensemble Wien im großen Saal der Bruckneruni, in dem vor allem Kompositionen von Studierenden an der Uni uraufgeführt wurden. Sie alle standen unter dem bekannten Motto "Wehret den Anfängen". Die musikalische Leitung des Orchesters lag bei Christoph Cech. Stilistisch waren die Stücke im Bereich neuer Musik, aber auch im Jazz angesiedelt. Die Qualität der Kompositionen und ihre musikalische Realisierung waren für mich erstaunlich. Neben den Instrumenten (Streicher, Bläser, Schlagzeuge, Gitarre, Keyboard, Electronics) kamen auch Stimmen zum Einsatz, die dem Ganzen auch verbale Inhalte hinzufügten. Schön, dass es das Janus Ensemble ermöglicht, dass vor allem junge Komponist:innen ihre Werke zur Aufführung bringen können. Ich schätze diese Möglichkeit und habe die Darbietung genossen.
Dienstag, 11. März 2025
Orgel zu Mittag in der Stiftung Mozarteum Salzburg
Immer wieder gerne nutze ich Möglichkeiten, die "Königin der Instrumente", die Orgel, zu hören. Auch heute bot sich wieder eine solche Gelegenheit in der Stiftung Mozarteum. Um die Mittagszeit präsentierte der junge, aus China stammende Mozarteum-Student Fu Qiao Werke von Alexandre Guilmant, Johann Sebastian Bach und Franz Liszt auf der Orgel des wunderbaren Großen Saals mit seiner hervorragenden Akustik. Beeindruckend war für mich vor allem die extreme Dynamik des Instruments. Leiseste Tonfolgen einerseits und donnernde Soundgewitter andererseits hat der Organist aus diesem beeindruckenden Instrument herausgeholt. Begeisterter Applaus beendete die Veranstaltung und eine dankende Hinwendung des Musikers an sein königliches Instrument.
Sonntag, 9. März 2025
Lisa Hofmaninger und Helene Glüxam im Kulturpool Gallneukirchen
Wenn ich die Saxophonistin und Bassklarinettistin Lisa Hofmaninger live erleben will, nehme ich auch etwas längere Anfahrtsstrecken in Kauf. Im stillgelegten und zu neuem kulturellem Leben erweckten Hallenbad von Gallneukirchen trat sie mit der Bassistin Helene Glüxam am diesjährigen Frauentag auf. Zuerst spielten die beiden Frauen jeweils solo, dann boten sie Eigenkompositionen gemeinsam dar. Freiheit sowohl Klangerzeugung als auch Improvisation betreffend, steht im Vordergrund. Eigenheiten im besten positiven Wortsinn dominieren die Vorstellung. Jeder Moment bleibt ein spannender, weil nichts wirklich vorgefertigt erscheint, sondern hochgradig gegenwärtig. Schön, dass ich ein Stück dieser Gegenwart am Grund des Sportbeckens sitzend und völlig im Trockenen erleben durfte.
Samstag, 8. März 2025
"Fall" und "Orbo Novo" im Musiktheater Linz
Tanz ist eine wunderbare künstlerische Ausdrucksform, die in Verbindung mit Musik ein starkes ästhetisches Erlebnis bietet. Ein solches wollte ich mir wieder einmal gönnen. Das Tanzensemble des Linzer Landestheater, das Bruckner Orchester und der belgische Starchoreograph Sidi Larbi Cherkaoui schafften dieses Kunstwerk, das aus zwei unterschiedlichen Teilen besteht. Ist der erste Teil rein auf Tanz, begleitet von Musik von Arvo Pärt, beschränkt, so spielt im zweiten Stück auch Text eine Rolle. Es geht dabei um die Folgen eines Schlaganfalls, der hier mit Bildern und Figuren dargestellt wird. Die Musik dazu stammt von Symon Brzóska. Was mich an diesem Bewegungstheater fasziniert ist die ungeheure Leichtigkeit, mit der die Körper der Darstellenden Bewegungen und Figuren vollziehen. Das Bild, das sich mir bietet. entführt mich in eine Welt der reinen Ästhetik, was ich als sehr wohltuend empfinde. Dem übrigen Publikum dürfte es ähnlich ergangen sein. Die Begeisterung beim Schlussapplaus war allgegenwärtig.
Freitag, 7. März 2025
Sigrid Horn mit "Nest" in der AK Linz
In der Linzer Arbeiterkammer finden regelmäßig Kulturveranstaltungen statt. Dieses Mal war Sigrid Horn begleitet von einem Streichquartett zu Gast, mit dem sie auch ihr Album "Nest" aufgenommen hat. Ähnlich wie SarahBernhardt präsentiert die Niederösterreicherin Lieder im Mostviertler Dialekt, die von den alltäglichen und oft recht persönlichen Dingen des Lebens handeln. Manchmal reicht die Streicher-Begleitung, manchmal begleitet sich die Sängerin auch mit einem E-Piano oder einer Ukulele. Die Stimmung, die diese Musik vermittelt, ist eher unaufgeregt, beschaulich und ruhig. Die Texte stehen eindeutig im Vordergrund. Das Publikum goutiert die Darbietung mit viel Applaus.
Mittwoch, 5. März 2025
Georg Vogel und Andreas Lettner mit "Ohhnett" im Schl8hof Wels
Unter der jungen österreichischen Pianisten ist Georg Vogel eine ganz besondere Erscheinung. Keiner sonst spielt auf einem Keyboard, das die Oktave in 31 Tonhöhen unterteilt. Ausgerüstet mit zwei sogenannten Clavitonen im Eigenbau und weiterer Elektronik tritt er begleitet von Schlagzeuger Andreas Lettner im Rahmen der Musikwerkstatt Wels im Schl8hof Wels auf. Vorgestellt wird das neue Album "Ohhnett" in gleicher Besetzung. Die Musik hat etwas Hypnotisierendes an sich, zugleich schwebend und gut geerdet durch eindringliche Bassläufe, die Klänge erinnern an Orgel, E-Piano und Synthesizer. Das Schlagzeug folgt der Rhythmik und ergänzt sie und verstärkt die Dynamik. Fast nie dringt hierbei Swingendes in Erscheinung, manchmal allerdings taucht eine Jazz typische Improvisationsfolge auf. Dominierendes Element sind die Klänge der Tasteninstrumente und deren elektronische Zusatzstoffe. Ich habe mir den vorgestellten Tonträger gekauft und bemerke, dass ich ihn immer wieder hören will. Es ist Musik, die nach mehrmaligem Hören verlangt, oder anders ausgedrückt einen spürbaren Suchtcharakter aufweist. Und das ist für mich ein gutes Zeichen.
Montag, 3. März 2025
SarahBernhardt in der Kunstbox Seekirchen am Wallersee
Zu Sarah (Metzler) und Bernhard (Scheiblauer) kommt noch Sigrid Horn als dritte Stimme hinzu. Damit werden, unterstützt von Harfe und Ukulele, Banjolele und Gitarre sehr persönliche Lebenserfahrungen in Form von Mostviertler Dialektliedern vorgetragen, die alle aus der Feder von Bernhard Scheiblauer stammen. Die Kunst liegt in der Einfachheit sowohl musikalisch als auch sprachlich, von der jedoch eine Magie ausgeht, die einen gefangen nimmt. So kann man diesen kleinen Geschichten aus dem Leben lange und belustigt zuhören.
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