Marc Ribot begleitet mich auch schon länger auf meinem Weg durch die zeitgenössische Musikgeschichte. Bekannt wurde ich mit ihm bei seinem Solo-Auftritt vor gefühlt zwanzig Jahren im Schl8hof Wels. Er hat mir auf Anhieb gefallen und ich habe mir gleich sein Solo-Album "don't blame me" gekauft, das eine wahre Perle ist. Es ist, wie wenn Thelonious Monk Gitarre statt Klavier spielen würde. Ein anderes Mal habe ich Marc Ribot mit "Ceramic Dog" gehört, einer metallisch harten Angelegenheit. Sein jetziges Projekt "hurry red telephone" ist ein melodiös und rhythmisch filigranes Werk, besetzt mit zwei E-Gitarren, Kontrabass und Schlagzeug. Wiederholungen sind ein Stilmerkmal, das beschwörend wirkt. Der Kontrabass bildet mit seiner wuchtigen Tiefe den Kontrast zu den in hohen Lagen spielenden Gitarren. Auch Worte sind wichtig für das Ganze. So stammt auch der Name des Projekts aus einem Gedicht des amerikanischen Schriftstellers Richard Siken, das Marc Ribot in einer Zugabe am Ende des Konzerts zitiert. Ribots Musik ist spannend vom ersten Ton weg bis zum Schluss des durchgehenden Sets, in dem die einzelnen Kompositionen ineinanderfließen. Ein packendes Hörerlebnis.
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