Dieser Abend gehörte dem musikalischen Nachwuchs aus der Region. Zwei junge Bands mit gleichartiger Besetzung (Schlagzeug, Bass, Keyboard und zwei Sängerinnen) hatten ihre Auftritte. Während bei Sketches of Sina (am Foto zu sehen) vor allem Bass und Drums den dominanten Anteil hatten, sah die Sache beim "Gemüsegarten" schon etwas differenzierter aus. Diese Band lieferte mehr souliges und jazziges Material ab. Eine ganz wichtig Rolle spielten in beiden Bands die Sängerinnen-Paare, wobei die gesangliche Glanzleistung ganz eindeutig Lotte Sandhacker vom "Gemüsegarten" zuzuordnen ist. Besonders gut gefallen haben mir die Keyboarder beider Bands. Natürlich war der Saal des Schl8hofs voll mit jungen, begeisterten Fans der Musiker:innen, die ordentlich Stimmung machten. Erstaunlich ist, wie gut ausgebildet der Nachwuchs bereits daherkommt, auch wenn die Darbietungen (vielfach Coverversionen bekannter Popsongs) manchmal für meinen Geschmack etwas zu ungestüm angegangen wurden. Die Jungen haben jedenfalls großes Potenzial. Ich bin daher neugierig, wie sich diese Künstler:innen weiter entwickeln werden.
Donnerstag, 31. Juli 2025
Dienstag, 29. Juli 2025
Secret Garden by Jaume Plensa am Salzburger Residenzplatz
Nein, dieses Mal geht es nicht um Musik, sondern um Kunst im öffentlichen Raum, und zwar am Salzburger Residenzplatz. Dort stehen fünf Wochen lang fünf monumentale, elf Meter hohe, tonnenschwere Frauenköpfe aus Gußeisen rund um den Residenzbrunnen herum. Geschaffen hat sie der katalanische Bildhauer Jaume Plensa, der damit Frauen öffentlich sichtbar machen will. Der "Secret Garden", wie das Kunstwerk benannt ist, ist wirklich nicht zu übersehen, und man kann sich aussuchen, aus welchen Blickwinkeln und aus welcher Entfernung man die einzelnen Monumente betrachten will. Die zahlreichen Touristen am Residenzplatz üben sich fleißig darin und bestaunen genauso wie ich die überdimensionalen Frauenskulpturen. Die Menschen machen sich in diesem "Geheimen Garten" wie (Garten)Zwerge aus, wenn man das Ganze aus einer gewissen Distanz betrachtet. Damit ergibt sich für mich ein Gesamtkunstwerk, das nicht nur die Frauenköpfe, sondern auch die am Platz verteilten Betrachter:innen beinhaltet. Ja, es ist keine Musik und dennoch ist es Magie, die sich über dem Residenzplatz in Salzburg zurzeit ausbreitet.
Sonntag, 27. Juli 2025
Panik Deluxe und My Ugly Clementine beim OKH-Open-Air Vöcklabruck
Das Sommer-Open-Air am Areal des OKH Vöcklabruck hat mittlerweile Tradition und bringt auch dieses Jahr wieder österreichische Künstler:innen auf die Bühne. Panik Deluxe, eine Ein-Frau-Band mit der Sängerin und Gitarristin Lily Elektra bietet tanzbaren Elektro-Pop-Sound und sphärisch wirkenden Gesang dazu. Etwas entrückt wirkt dann auch ihre Cover-Version des ABBA-Klassikers SOS. Das Ganze hat allerdings für mich durchaus seinen Reiz. Den Hauptact bestreiten dann die drei Frauen von "My Ugly Clementine" mit Mira Lu Kovacs, Sophie Lindinger und Natasja Ronck, unterstützt vom Drummer Günther Paulitsch im Hintergrund. Da geht dann gleich die Post ab. Im Stil einer Rockband spielen sie ihre eigenen Kompositionen mit Raum für Soli auf ihren E-Gitarren. Dazu zeigen die Drei, wie beweglich sie auf der Bühne sein können. Besonders die Bassistin Sophie Lindinger nutzt die kabellose Anbindung ans Verstärker-Netzwerk zu fröhlichen Eskapaden. Was diese Band ausmacht ist neben der Souveränität auf ihren Instrumenten vor allem der Gesang der Frontfrauen, die stimmlich viel mehr drauf haben, als man es von Indie-Rock-Band sonst gewöhnt ist. Bisweilen gibt es dann auch verhaltenere Stücke, die die Wurzeln der Künstlerinnen im Pop-Genre betonen. Neben der mitreißenden Musik gab es dann auch noch den glücklichen Umstand, dass erst nach dem Verklingen der letzten Zugabe der drohende Regen so richtig einsetzte. Da waren die Schäfchen schon im Trockenen.
Freitag, 25. Juli 2025
Michael Acker Electric Trio im OKH Vöcklabruck
Beim letzten "thursdays4jazz" im OKH Vöcklabruck bekam ich für mich Neues zu hören. Der aus Rumänien stammende Bassist Michael Acker hat ein Trio zusammengestellt mit dem Schlagzeuger Matti Felber und dem aus Armenien stammenden E-Gitarristen Aram Tsaturyan. Dabei geht es ziemlich jazzrockig zu, was ja schon die Instrumentierung vermuten lässt. Kompositorisch dominiert eigenes Material, ein paar Interpretationen von "fremden" Stücken kommen hinzu. Die Band klingt vom Sound her füllig. Meist bilden Bass und Schlagzeug das kräftige Fundament und der Gitarrist darf seine Geschichten in Form von Soli erzählen. Es gibt allerdings auch improvisatorischen Freiraum für Michael Ackers virtuoses Bassspiel und auch für Matti Felber am Schlagzeug. Die Drei machen den Eindruck, als hätten sie schon eine Ewigkeit zusammengespielt, in Wirklichkeit ist der Gitarrist erst für diesen Auftritt dazugestoßen. Gerade seine "Geschichten" haben mich besonders angesprochen. Seine Improvisationen kommen unaufgeregt daher und haben einen Duktus, der meine Aufmerksamkeit erregt, nie langweilig wird und mich in einen Zustand entspannten, interessierten Zuhörens bringt. Schön ist für mich auch, wie die Musiker aufeinander hören und aufeinander eingehen und wie kreativ sie das Ende der Stücke jeweils gestalten. Nicht nur die Konzentration der Musiker war hoch, sondern auch die des Publikums, was den Abend für beide Teile zu einem wunderbaren Erlebnis machte.
Donnerstag, 24. Juli 2025
Mieze Medusa im OKH Vöcklabruck
Mieze Medusa ist keine Unbekannte für mich, da ich in den letzten zwei Jahrzehnten mehrere ihrer Auftritte, auch gemeinsam mit ihrem Partner Markus Köhle, besucht habe. Ich kenne sie sowohl als Schriftstellerin, die Romane schreibt, als auch als Poetry Slam Performerin und Rapperin. Auch auf CD habe ich mir ihre Rap-Songs mit "Tenderboy" immer wieder einmal angehört. Im OKH Vöcklabruck liest sie zuerst aus ihrem letzten Roman "Was über Frauen geredet wird", der das Frau-Sein in unserer Gesellschaft thematisiert und trägt anschließend einige Poetry-Slam-Texte vor, die ebenfalls Feminismus und gesellschaftliches Leben widerspiegeln. Dann gibt es noch eine Kostprobe aus dem erst im Herbst erscheinenden, ganz neuen Roman. Am Ende performt die Künstlerin noch einmal Spoken Word Poetry. Auch das Publikum darf dabei mitmachen, indem es einen Sprechpart übernimmt. Mieze Medusa hat beim Vöcklabrucker Publikum einen starken Eindruck hinterlassen und bei mir so manche Erinnerungen an frühere Begegnungen hervorgerufen.
Mittwoch, 23. Juli 2025
Lenny Riepler & Friends in der Jazzit-Bar Salzburg
Dienstags ist immer Session-Tag in der Bar des Jazzit Salzburg. Eingeleitet wurde der Abend dieses Mal vom Saxophonisten Lenny Riepler, der begleitet wurde von Lex O´Brien am Schlagzeug und Bene Hallus-Woll am Kontrabass. Das Trio spielte einige Standards aus dem modernen Jazz-Repertoire von Charlie Parker aufwärts. Was mir dabei besonders gefallen hat, ist Rieplers unaufgeregtes, etwas cool wirkendes Spiel am Altsaxophon. Technisch perfekt und einfallsreich kamen seine Improvisationen zu den vorgetragenen Stücken herüber. Auch der Bassist hat mich mit seinem soliden und ideenreichen Spiel beeindruckt. Nicht zu unterschätzen ist auch Lex O'Briens Schlagzeugspiel, das sich überaus einfühlend in das Spiel seiner Partner integriert. Somit gibt diese Band ein sehr überzeugendes Gesamtbild ab und bietet eine musikalische Kost, die es einem leicht macht, sie zu genießen. Die Anschließende Jam-Session musste ich leider auslassen, da die Zugsverbindungen nach Hause ein weiteres Verweilen nicht zulassen. Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass mir etwas an diesem musikalischen Abend gefehlt hat.
Montag, 21. Juli 2025
Ensemble 013 im Living Room Salzburg
Auch heuer wieder finden sonntags im Rahmen der Konzertreihe "Arkadenkultur" Musikveranstaltungen im Living Room Salzburg in den Sommermonaten statt. Das "Ensemble 013" war dieses Mal zu Gast, und das sind neun Musiker:innen, die ein Programm mit Bezug auf Musik zum Salzburger Jedermann-Stück zur Aufführung bringen. Dabei entsteht ein ziemlich buntes Programm, das viele Stilrichtungen vom Trauermarsch über Tango und Samba bis zum Modern Jazz beinhaltet. Die Instrumentierung von Keyboard (Hannes Löschel) über Akkordeon (Paul Schuberth), Violine (Joanna Lewis), Gitarre (Chris Neuschmid), Kontrabass (Gernot Haslauer), Schlagzeug (Robert Kainar) und drei Bläser:innen (Christian Kronreif, Marc Osterer und Sophie Hassfurther) ermöglicht ausgefeilte Arragements, Klangfarbenreichtum und viele solistische Darbietungen. Für mich hat diese Band für positive Überraschung gesorgt und mich durch ihre Spielfreude und ihr musikalisches Können begeistert.
Sonntag, 20. Juli 2025
Das UAJO mit Richard Galliano im Mezzo Ohlsdorf
Über drei Jahrzehnte besteht das Upper Austrian Jazz Orchestra unter der Leitung von Christian Maurer bereits, ein Zeitraum, in dem ich diese Bigband des Öfteren live erlebt habe. Immer wieder hat sich das Orchester prominente Gastsolist:innen eingeladen, wie es nun der französische Akkordeonist Richard Galliano ist. Dieser bringt eine ganz besondere Note in das Spiel der Band, indem Tango und Musette Schwerpunkte des Programms bilden. Das Orchester klingt auch in diesen Disziplinen überzeugend. Perfekte Arrangements und wunderbare solistische Darbietungen der Bläser wie auch von Richard Galliano begeistern das volle Haus des Mezzo in Ohlsdorf. Die Qualität der Bigband macht mich auch neugierig auf ihr neues Programm "Saltchambermusic", das ich mir demnächst auch live anhören will.
Donnerstag, 17. Juli 2025
Harry Ahamer & Markus Marageter im Schl8hof Wels
Harry Ahamer ist für mich als Musiker ein alter Bekannter. Schon bevor er sein erstes Mundart-Album 2009 veröffentlicht hat, habe ich ihn in verschiedenen Band-Projekten kennen und schätzen gelernt. Seine Lieder in oberösterreichischer Mundart sind das Ureigenste, das Harry Ahamer zu bieten hat, auch wenn er mit vielen Coverversionen von Rock-, Funk- und Blues-Klassikern mit seinen Projekten "No Rain" und "Upsaits" oft in Erscheinung tritt. Sein Mundart-Programm gibt es sowohl mit größerer Band inklusive Bläsern als auch in der Duo-Formation, die ich nun im Schl8hof hören konnte. Die meisten seiner Songs sind für mich auch alte Bekannte, die ich schätze. Was ich an Harry Ahamer so besonders mag, ist seine Ehrlichkeit und Offenheit, die gerade in seinen Songtexten deutlich herüberkommt. Was Harry Ahamer singt, das glaube ich ihm und nehme ich ihm ab. Gerade in der sparsamen Duo-Variante kommen sowohl die instrumentale Begleitung als auch der charakteristische Gesang besonders gut zur Geltung. Und so ist es ein ziemlich intimer Abend geworden, bei dem das Publikum sich voll auf die musikalische Darbietung konzentriert hat und es laut Markus Marageter während der Lieder "still wie im Brucknerhaus" war. Ideale Bedingungen also fürs Genießen musikalischer Botschaften.
Mittwoch, 16. Juli 2025
HAUK in der Soundgruam Timelkam
Bereits seit 2008 tut sich im Sommer was in einer aufgelassenen Schottergrube in Timelkam, in der sogenannten Soundgruam. Es finden Konzerte österreichischer Musikgruppen statt in einer Hütte, die früher einmal Unterstellplatz für Schotterabbaugeräte geboten hat. Die Band HAUK aus Niederösterreich hat den ersten Abend dieses Sommers bespielt. Das sind vier Leute, die im Stil des Austropop Lieder mit deutschen Texten zum Besten geben. Der Kopf der Gruppe, Christoph Hauk, ist dabei der Sänger und Gitarrist unterstützt von Tino Klissenbauer am Akkordeon, Martin Schmid am Bass und Axel Manfredini am Schlagzeug. Die Texte sind aus dem Leben gegriffen, Rhytmen und Melodien ähneln sehr den diversen Vorbildern aus der Geschichte des Austropop, wobei für Abwechslung gesorgt ist. Christoph Hauk hat eine angenehme Stimme und zeigt sich zwischen den Musikstücken als talentierter Entertainer, der die passenden Geschichten dazu erzählt. Somit ist ein unterhaltsamer Abend garantiert, der sogar manche aus dem zahlreich erschienenen Publikum zum Tanzen anregt. Musik ist allerdings nicht unbedingt die Hauptsache in der Soudgruam. Sie sorgt jedenfalls dafür, dass die Leute aus der Umgebung zusammenkommen, sich austauschen und bei guter Laune die Bewirtung genießen.
Dienstag, 15. Juli 2025
Sinfonia de Carnaval im Musikpavillon Linz
Alois Eberl und Anna Lang habe ich vor ein paar Jahren bei einem Konzert in Altmünster kennengelernt und seither immer wieder einmal in diversen Formationen gehört und gesehen. Im Duo als "Sinfonia de Carnaval" sind sie mir nun zum ersten Mal begegnet. Der Name sagt es schon: Die Musik klingt teils lateinamerikanisch und hat auch einen afrikanischen Touch und ist kommt natürlich jazzig daher. Schöne Melodien und vor allem bewegende Rhytmen zeichnen das Zusammenspiel von Cello einerseits und Akkordeon bzw. Posaune aus. Alois Eberl beherrscht beide Instrumente virtuos und präsentiert sich überraschender Weise auch als Sänger mit brasilianischem Flair. Die Beiden spielen ausgeklügelte Kompositionen ohne Zuhilfenahme von Noten völlig frei. Als Zugabe gibt es einen Tango, der an kompositorischer Komplexität den Tango Nuevo eines Astor Piazolla noch bei weitem übertrifft. Angenehmer als mit Sinfonia de Carnaval lässt sich ein milder Sommerabend im Freien vor dem Musikpavillon im Linzer Donaupark nicht verbringen.
Sonntag, 13. Juli 2025
Der Nino aus Wien im Spielraum Gaspoltshofen
Lange ist es her, dass ich Nino Mandl zum ersten Mal - im Kino Ebensee war es - gehört habe. Er hatte damals gerade das Schwunder-Album veröffentlicht, das ich ihm gleich abgekauft habe, also muss es 2011 gewesen sein. Mittlerweile habe ich ihn viele Male live genießen können, ich habe nicht mitgezählt, wie oft. Ja, ich bin ein Fan, und so hat es mich auch zuletzt wieder hingezogen in den dieses Mal ausverkauften Spielraum Gaspoltshofen, wo der Nino mit seiner langjährigen Band nicht zum ersten Mal aufgetreten ist. Ich kenne ja die meisten seiner Songs und auf manche warte ich ganz gespannt in der Hoffnung, dass er sie auch diesmal wieder singen wird: Taxi-Driver zum Beispiel. Und es freut mich, wenn er wieder Plurabelle anstimmt oder sein Bob-Dylan-Cover von A Simple Twist Of Fate. Als den Bob Dylan vom Praterstern hat ihn Gerhard Stöger schon 2017 im Wochenmagazin "Falter" bezeichnet und als besten österreichischen Liedermacher seiner Generation. Deswegen höre ich mir immer und immer wieder seine Konzerte an, sobald er irgendwo in meiner näheren Umgebung einen Auftritt hat. Viel Beifall vom Publikum hat es gegeben und mehrere Zugaben. Schön, dass ich ihn wieder einmal live erleben durfte.
Donnerstag, 10. Juli 2025
X!XU im OKH Vöcklabruck
Die monatliche Donnerstag-Jazzreihe im OKH läuft auch im Sommer weiter. Dieses Mal war das Trio X!XU (übrigens schon zum zweiten Mal) zu Gast. Die ersten Töne machen es schon klar. Diese drei jungen Leute stehen in der Tradition des Jazz Rock der 1970er Jahre. Es geht elektrisch zu mit allerlei Effektgeräten, die den Sound variantenreich und füllig machen. Meist sind es Eigenkompositionen des Gitarristen Valentin Goidinger, die die Band präsentiert, und die sind durchaus ausgefeilt und interessant. Dabei lassen sie viel Freiraum für Improvisationen aller Beteiligten zu, Alexander Matheis am E-Bass und Patrick Pillichshammer am Schlagzeug. Lyrische Passagen wechseln ab mit Momenten hoher Intensität und ausladenden, bombastischen Soundgemälden. Die Band nuzt die Vielfalt an Möglichkeiten, sowohl was die Struktur der Musik als auch die klangliche Seite betrifft. Man merkt die Spielfreude der Musiker und die springt über auf das Publikum, das sich von den Jazzrock-Klängen hinreißen und begeistern lässt.
Montag, 7. Juli 2025
Spring String Quartet im Musikpavillon Linz
28 Jahre gibt es das Spring String Quartet nun schon, und es war auch in den späten 1990ern, als ich es im Vöcklabrucker "Cafe Mayr" zum ersten Mal live erleben durfte. Jetzt hatte ich im Rahmen der Sommer-Konzertreihe im Musikpavillon Linz wieder einmal die Gelegenheit, dieses Streichquartett zu hören und zu sehen. Christian Wirth und Florian Sighartner (den ich neulich mit Echoboomer gehört habe) sowie Stephan Punderlitschek und Julian Gillesberger bildeten die aktuelle Besetzung. Marcus Wall war verhindert. Crossover könnte man den Stil dieser Band bezeichnen, die sich an Kompositionen aus der Klassik, der gehobenen Unterhaltungsmusik, aus dem Jazz und auch Rock- und Popmusik bedient und diese auch noch in diversen Stücken miteinander in Verbindung bringt. Die Arrangements werden dem Geist der Originale durchaus gerecht und bieten gleichermaßen die Möglichkeit, die eigene Note des Quartetts zu betonen. Auch das für den Jazz charakteristische Element der Improvisation bekommt hier Platz. Was dabei herauskommt, ist Musik zum Genießen, Musik, in die man sich hineinfallen lassen kann und sich darin gut aufgehoben fühlt. Die Band kennt ihre Wurzeln und ihr musikalisches Erbe und weiß es zu pflegen und zu vermitteln. Für mich war der Abend ein Genuss.
Donnerstag, 3. Juli 2025
Bernhard Eder mit Band im Musikpavillon Linz
Lange ist es schon her, dass ich Bernhard Eder zum ersten Mal live gehört habe (ich glaube, es war im Spielraum Gaspoltshofen), und seitdem haben mich seine Konzertauftritte im näheren geographischen Umfeld immer wieder angezogen. Nun ist er im Rahmen von "qlash" im Linzer Musikpavillon im wunderbaren Donaupark mit seiner aktuellen Band aufgetreten. Bernhard Eder hat etwas Magisches in seiner sanften Stimme und viel Melancholie in seiner Musik und in den Texten. Zusätzlich zu seinen eigenen Songs hat er die Gabe, auch Coverversionen "fremder" Lieder so vorzutragen, als wären es seine eigenen. Bernhard Eder hat eigentlich von Anfang an einen sehr eigenständigen Stil entwickelt, Kritiker stellen sogar Vergleiche mit Nick Drake oder sogar David Bowie an. Bernhard Eder ist für mich einer der Künstler, die ich immer wieder live erleben möchte, auch wenn ich sie schon mehrmals gehört und gesehen habe. Auf ein nächstes Mal also.
Mittwoch, 2. Juli 2025
Jazzation im Livestream aus dem Porgy
Als Reakton auf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hat der Wiener Jazzclub "Porgy and Bess" damit begonnen, die dort stattfindenden Konzerte auch als Liverstream auf seiner Website anzubieten. Corona ist vorbei, die Möglichkeit, Konzerte aus dem Porgy über Livestream mitzuerleben, ist geblieben. Bisweilen mache auch ich von dieser Möglichkeit Gebrauch, wie z. B. am 2. Juli, als das ungarische Acapella-Quintett "Jazzation" dort einen Auftritt hatte. Vom ersten Ton an hat mich die Darbietung dieser Gruppe in ihren Bann gezogen. So viel Vertrautes kam da auf mich zu in Form von bekannten Jazz-Standards, zum Teil im Vocalese-Stil, die mich natürlich an die Singers Unlimited, an Manhattan Transfer oder an Eddie Jefferson erinnert haben. Die Arragements sind großartig, die Stimmen der Sänger:innen ebenso. Es ist eine Freude, diesen hochmusikalischen Künstler:innen aus Budapest zuzuhören, die in einem Lied auch ihre Stadt besingen. Und natürlich erweckt dieses Livestream-Erlebnis den Wunsch in mir, die Band auch einmal in echt live zu erleben. Vielleicht ergibt sich ja einmal die Möglichkeit.
Abonnieren
Kommentare (Atom)













