Klaviertrio ist nicht gleich Klaviertrio. Das mir geläufigere ist das Jazztrio, bestehend aus Klavier, Kontrabass und Schlagzeug. Weniger musikalische Erfahrung habe ich mit dem klassischen Klaviertrio mit Klavier, Cello und Violine. Im Kulturhaus Emailwerk Seekirchen am Wallersee bietet sich mir nun die Gelegenheit, das"klassische" MoserTrio kennenzulernen, bestehend aus Lukas Moser am Klavier, Florian Moser an der Violine und Sarah Moser am Cello, die dort ihr Heimspiel unter dem Titel "Nachtmusik - eine kleine Lärmbelästigung" absolvieren. Das Konzert beginnt auch so, wie ich mir das vorstelle, mit einem Klaviertrio von W. A. Mozart. Doch ein Blick auf den Programmzettel verrät, dass es nun mit einem Klaviertrio des mir als Jazzmusiker bekannten Werner Pirchner (ich habe ihn in den 1980er selbst live erlebt) weitergeht. Und damit beginnt auch schon die eigentliche "Lärmbelästigung", denn Werner Pirchner ist eher ein exaltierter Vertreter der schrägen, disharmonischen Töne. Auch die folgenden Eigenkompositionen von Lukas Moser stellen Stilelemente von Neuer Musik und Jazz in den Vordergrund, insbesondere im titelgebenden Stück "Eine kleine Lärmbelästigung" in Abwandlung von Mozarts "Eine kleine Nachtmusik". Stücke von Arvo Pärt und Lili Boulanger bringen wieder etwas "Ruhe" ins Programm. Bei den Zugaben komme ich als Jazzliebhaber dann voll auf meine Rechnung. Denn da erklingt zuerst eine erstaunliche Bearbeitung von Joe Zawinuls "Birdland" und zuletzt ein zärtliches "My Funny Valentine" im klassischen Klaviertrio-Gewand. Der Unterschied zwischen klassischem Trio und Jazztrio verschwimmt dabei ganz offenkundig. Die Grenzen zwischen "klassischer" Musik und Musik der Moderne sind aufgehoben und spielen keine Rolle. Meine Freude über die Zusammenführung musikalischer Welten ist groß, ebenso über die künstlerische Qualität der Musizierenden. Das volle Haus des Emailwerks zeigt sich ebenfalls vollauf begeistert.
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