Freitag, 25. April 2025

Oliver Kent im ProDiagonal Lambach

Oliver Kent ist ein bekannter Name im österreichischen Jazz und somit war ich interessiert, was ich bei einem Soloauftritt von ihm im ProDiagonal Lambach zu hören bekommen würde. Es war eine Mischung aus Eigenkompositionen und Stücken anderer Jazzmusiker, von denen mir nicht allzu viele bekannt vorgekommen sind. Herausgestochen sind für mich Stücke wie "Reflections" von Thelonious Monk, das ich besonders liebe, und das "Dat Dere" von Bobby Timmons, das mir durch die wunderbare Interpretation von Ricky Lee Jones ans Herz gewachsen ist. Fats Waller's "The Jitterbug Waltz" war auch dabei und George Gershwin's "I Loves You, Porgy". Und wie hat das Ganze geklungen? Sehr perfekt, sehr elaboriert, gut durchdacht, durchaus eigenwillig und eigenständig und andererseits auch etwas klassisch akademisch, wie es eben zu einen Jazz-Professor passt, der Oliver Kent ja auch ist. Fast mutet es an, man höre einem anspruchsvollen klassischen Klavierkonzert zu, obwohl der Künstler völlig ohne Noten auskommt. So richtig warm ums Herz ist es mir dabei allerdings nicht geworden. Dass hier dennoch höchste pianistische Qualität geboten worden ist, hat das äußerst aufmerksame Publikum mit viel Applaus bedacht.
 

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