Jazzmusik hat mittlerweile auch schon eine längere Geschichte und einen Teil der Entwicklung durfte ich ja selbst miterleben. Die Band "Organized Crime", die in der Reihe der sommerlichen Musikpavillon-Konzert letzten Sonntag aufgetreten ist, greift einen Abschnitt der Jazzhistorie heraus und macht ihn zu ihrem Programm. Insbesondere dem Gitarristen Kenny Burrell (der noch lebt) und seinem 1963 erschienenen Album "Midnight Blue" erweist Bandleader und Gitarrist Frank Folgmann auf seiner Gibson die Ehre. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Hammond-Orgel, die damals sehr in Mode war. Da das Instrument recht schwer und heute auch schwer zu kriegen ist, hat der Pianist Andreas Kissenbeck ein Keyboard von Uhl mitgebracht, das zusammen mit einem alten Leslie den Hammond B3-Klang perfekt simuliert. Den Basspart übernimmt er damit auch und so vervollständigen nur noch das Schlagzeug (Erwin Drescher) und die Bläser (Markus Gorofsky, Trompete und Andreas Lachberger, Tenorsaxophon) das Quintett. Das Programm orientiert sich an Größen der damaligen Zeit wie Grant Green, Jack McDuff, Ben Webster, Charlie Parker, Hank Mobley, Horace Silver und Nat Adderley. Die Nummer kommen vor allem bluesig, funky und swingend daher, die Soli der Bandmitglieder sind brillant, wobei mir das unaufgeregte, relaxte Spiel Frank Folgmanns besonders gut gefallen hat. Die Band erfindet Jazz nicht neu, sondern vergegenwärtigt ein wichtiges Stück Jazztradition.
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