Montag, 8. Dezember 2025

Ethan Iverson & Mark Turner im Jazzit Salzburg

In der Musik-Salon-Reihe im Jazzit Salzburg gibt es immer wieder feine, kammermusikalische Darbietungen. Dieses mal bekam man ein Duo zu hören und zu sehen, bestehend aus den beiden US-amerikanischen Musikern Ethan Iverson am Flügel und Mark Turner am Tenorsaxophon. Die beiden orientieren sich an der subtileren Sorte des Modern Jazz, beeinflusst von Lennie Tristano und Warne Marsh, die Einflüsse aus Bepop, Cool Jazz und freier Improvisation miteinander verbunden haben. Ethan Iverson greift auch noch gerne auf Elemente des Ragtime zurück. Das Repertoire besteht aus Kompositionen des Pianisten und auch aus Stücken bekannter Jazz-Größen, wie Wayne Shorter (JuJu), John Coltrane (Lazy Bird), Billy Strayhorn (A Flower Is A Lovesome Thing) oder Thelonious Monk (Misterioso). Das Duo dekonstruiert dabei die musikalischen Vorlagen auf eigene Art und lässt viel Spielraum für Improvisation sowohl am Klavier und insbesondere am Tenorsaxophon. Mark Turner's Saxophonspiel ist geprägt von fließender, abwechslungsreicher Improvisation, wobei die wunderbare Tonbildung nie ins Aggressive ausufert oder gar in überblasenes Gekreische mündet. Mark Turner erzählt einfach Geschichten auf seinem Instrument, denen ich stundenlang zuhören könnte. Dabei fällt auch das blinde Verständnis auf, das zwischen den beiden Musikern herrscht, die sich immerhin schon seit 30 Jahren kennen. Ein besonderes Highlight war für mich Iverson's Komposition "Showdown", eine Ballade, die zu Tränen rühren kann. Ein später Nachmittag mit zeitlosem Jazz mit hohem ästhetischem Anspruch hat sich ereignet, und ich bin froh, dabei gewesen zu sein.
 

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