Freitag, 5. Dezember 2025
Lotus Flower Trio im C. Bechstein Centrum Linz
"The Sound of Rebellion" ist der Titel eines lesenswerten Buchs von Peter Kemper, das die politische Ästhetik des Jazz beleuchtet. Eine offensichtlich politische Dimension zeigen auch die Kompositionen des französischen Pianisten Bruno Angelini, die er mit den Saxophonostinnen Sakina Abdou (ts) und Angelike Niescier (as) als "Lotus Flower Trio" im C. Bechstein Centrum Linz dem Publikum zum Besten gibt. Er widmet sie Menschen, die sich besonders für Freiheit, Menschenrechte und Feminismus eingesetzt haben, wie zum Beispiel der amerikanischen Soziologin Jane Addams, der schwarzen Bürgerrechtsaktivistin Rosa Parks oder dem Kämpfer gegen die Apartheid, Nelson Mandela. Alle diese Stücke haben ein starkes, seriöses Klangfundament, auf dem es den Saxophonistinnen möglich ist, ihre Improvisationseskapaden zu praktizieren. Bisweilen reduziert sich das Trio auf einzelne Duette zwischen Klavier und Saxophon, dann wieder ergehen sich alle drei Musiker:innen in Kollektivimprovisationen der oft recht ausschweifenden Sorte. Somit geht es meist recht expressiv zur Sache, wobei sich jede der Saxophonistinnen mit ihrer eigenen, unverwechselbaren Klangsprache auszudrücken weiß. Die mehrstimmigen Sounds, die Sakina Abdou dabei am Tenorsaxophon bisweilen erzeugt, beeindrucken mich besonders. Der Name des Trios "Lotus Flower" geht auf den Saxophonisten Wayne Shorter zurück, der die Lotusblume, die in Sümpfen gedeiht, als Symbol ansieht für das klärende Licht in einer als "troubled and muddy" wahrgenommenen Welt. In der Persönlichkeit von Bruno Angelini und seiner Musik hat dieses Licht der Lotusblume auch für mich an diesem Abend deutlich aufgeleuchtet.
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