Sonntag, 1. Juni 2025

Enji im Jazzit Salzburg

Jazzmusiker:innen haben sich schon immer für Musik aus anderen Kulturkreisen interessiert, haben Einflüsse verarbeitet, haben mit Musiker:innen aus anderen Kulturen zusammengespielt und somit ist eine Symbiose aus Jazz und "Weltmusik" entstanden. Was zuletzt im Jazzit zu hören war, ist ein Beispiel dafür. Die aus der Mongolei stammende und in München lebende Sängerin, die sich Enji nennt, ist mit dem Bassisten River Adomeit und dem Gitarristen Paul Brändle im Jazzit aufgetreten. Vom ersten Gesangston an berührt mich Enji's Stimme angenehm. Sie ist hell und warm und wirkt nie schrill oder aggressiv, auch wenn sie bisweilen etwas lauter werden kann. Sie tut mir gut, ist Balsam für meine Seele. Stilistisch ist sie im traditionellen Jazz verwurzelt und ebenso in der Volksmusik ihres Herkunftslandes und ich vermeine auch Einflüsse aus anderen Weltsphären wahrzunehmen, zum Beispiel auch Südamerikanisches. Ihre musikalischen Partner sind großartige Musiker und das Zusammenspiel des Trios ist genial. Gerade die sparsame Besetzung mit nur zwei Instrumenten (und ohne Schlagzeug) erzeugt eine besonders intime Atmosphäre. Dazu kommt noch, dass Enji auf das Publikum zugeht, sich (in nahezu perfektem Deutsch) erklärt und Erlebnisse schildert. Somit gelingt es ihr, das Anwesenden auf mehreren Ebenen für sich zu gewinnen. Von mir bekommt sie schon einmal den Titel "Publikumsliebling" verliehen.
 

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