Dass die Zither nicht nur ein Volksmusik-Instrument ist, zeigt Leonie Marie Felbinger, indem sie ihr Instrument elektronisch verkabelt hat und somit alle mögichen Effekte damit generieren kann. Das musikalische Material, mit dem sie spielt, stammt allerdings aus längst vergangenen Epochen, wie z. B. Renaissance oder Barock. Es entsteht somit ein interessantes Spannungsverhältnis zwischen Komposition, klanglichen Möglichkeiten und Spieltechnik. So entstehen Kunstwerke, die das Publikum begeistern. Als Zugabe muss es allerdings dann fast zwangsläufig den Klassiker aus "Der dritte Mann" geben, das Zither-Stück, das wohl fast jede/r kennt.
Der starke Konstrast zu dieser Aufführung sind Anna-Maria Schnabls Dialektlieder, wobei sie sich selbst am Klavier begleitet. Es ist eine Mischung aus Pop, Jazz und Soul, die den musikalischen Background für die recht persönlichen, aus dem Leben gegriffenen Songtexte bildet. Und AMS, wie sich die Sängerin und Pianistin auch abgekürzt nennt, ist eine wahre Entertainerin, der es schon mit ihrer ersten Ansage gelingt, den Draht zum Publikum herzustellen. Sie nimmt es mit, indem sie es einlädt, sich zu beteiligen, sei es durch rhythmisches Schnippen oder als umgehend angelernte Backgroudsänger:innen. Das Kunstwerk beschränkt sich nicht mehr nur auf die Bühne, sondern geht dadurch auch darüber hinaus und erfüllt den ganzen Raum. Was will man mehr!

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