Die vier Musiker:innen, die diesen Dienstagabend im Rahmen der Musikwerkstatt Wels im Schl8hof bestritten haben, sind kurzfristig als Ersatz eingesprungen. Ihr Metier ist eigentlich nicht der klassische Jazz, sondern sie sind stilistisch eher im Bereich von Swing und Weltmusik unterwegs. Improvisation ist ihnen dennoch nicht fremd. Sowohl Günter Wagner am Klavier, Gerald Harrer am Kontrabass und Mathi Kainz am Tenor- und Sopransaxophon beherrschen diese Kunst. Der Saxophonist greift auch manchmal zur Rhythmusgitarre und Susanne Obereder singt, wobei sie auch einen eigenartigen Schalltrichter einsetzt, der einen Grammophon-Sound erzeugt. Musik z. B. aus Lateinamerika, aus Italien oder auch aus Nordamerika wird dargeboten. Cab Calloway's "Minnie The Moocher" erklingt oder Renato Corosone's "Tu vuò fà l'americano", und auch Sambarhythmen sowie Klezmermusik bekommt man zu hören. Es ist eine bunte Stilmischung, die gekonnt dargeboten wird und die dem Anspruch des versammelten Jazz-Publikums durchaus gerecht wird. Bei Ellingtons "Caravan" merkt man allerdings schon recht deutlich, dass Jazz-Standards nicht das Zuhause der Band sind. Zufrieden mit dem "Ersatz" waren schließlich doch alle, da es laut Louis Armstrong ja bekanntlich nur zwei Arten von Musik gibt: gute und schlechte. An diesem Abend gab es nur die gute zu hören.
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