Für meine Mutter, eine gläubige Katholikin, war die Wallfahrt nach Mariazell immer ein besonders erfreuliches Ereignis. Ich kannte die Wallfahrtsbasilika bisher nur von der 1-Schilling-Briefmarke meiner Kindheit. Zeit wurde es, sie einmal in natura zu besichtigen, und das gelang mittels einer Bahnfahrt nach St. Pölten und weiter mit der Mariazellerbahn ("Die Himmelstreppe") bis zur Endstation. Das dauert zwar lange (ca. zweieinhalb Stunden), bietet aber ein Gebirgsbahn-Reiseerlebnis mit vielen Viadukten und Tunneln und wunderbaren landschaftlichen Ausblicken. Vom Bahnhof ist es dann noch mehr als einen Kilometer Fußweg bis zur Basilika im Zentrum des Ortes. Die Marienwallfahrtskirche ist ein künstlerisches Juwel und beeindruckt sowohl durch ihre gotische und barocke Architektur als auch durch ihr Inventar (Altäre, Orgeln, Statuen, Fresken). Sie beinhaltet einen eigenen Marienaltar und den Hauptaltar mit einer silbernen, von einer Schlange umwundenen Weltkugel als Tabernakel. Als Kind hat mich die Darstellung des Bösen und der Sünden eigentlich mehr beeindruckt als der göttliche Glanz, die Engel und der Hl. Geist. Mit dem öffentlichen Verkehr ist es nicht einfach, aus Mariazell wieder weg zu kommen, und so habe ich auch die Rückfahrt wieder über "Die Himmelstreppe" erledigt.
Sonntag, 18. Mai 2025
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