Die Zusammenarbeit zwischen Jazz-Musiker:innen und Literat:innen hat schon ein längere Geschichte, auch in Österreich. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang ganz besonders an ein Konzert der Jazz-Formation "Neighbours" mit Ernst Jandl in der Salzburger Elisabeth-Bühne in den 1980er Jahren. Auch das Martin Gasselsberger Trio hat bereits 2008 eine Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Fernsehmoderator Frank Hofmann begonnen, der damals Erich-Fried-Gedichte zur Musik vorgetragen hat. Weitere Programme folgten. Leider ist Frank Hofmann 2022 verstorben. Doch nun gibt es wieder ein Projekt, dieses Mal mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier, der aus seinem 2023 erschienenen Buch "Boulevard der Helden" einzelne Episoden liest. Die Jazzband (Martin Gasselsberger am Klavier, Roland Kramer am Kontrabass und Gerald Endstrasser am Schlagzeug) spielt dazwischen Stücke mit Bezug zu den Texten. Einen Song von Bob Dylan, wenn es in einer Geschichte um ihn geht, ein Stück von Thelonious Monk, wenn er der Held einer Kurzgeschichte ist. Diese Erzählung über die Freundschaft zwischen den beiden Jazz-Pianisten Thelonious Monk und Bud Powell hat mich am meisten berührt. Dass Michael Köhlmeier ein genialer Erzähler ist und Martin Gasselsberger Jazz-Standards und Pop-Songs mit eigener Handschrift versehen kann, wurde hier unter Beweis gestellt. Auch wenn die Literatur dabei das Übergewicht hatte, so ist dennoch eine gelungene Symbiose von Literatur und Jazz dabei entstanden.
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