Montag, 26. Mai 2025

Christoph Ransmayr & Wolfgang Muthspiel im Stadttheater Gmunden

Ich habe zu beiden Künstlern eine Beziehung, die jüngst gemeinsam einen Abend im Stadttheater Gmunden im Rahmen der Gmundner Festwochen gestaltet haben. Von Christoph Ransmayer habe ich Romane gelesen und schätze sein erzählerisches Talent. Wolfgang Muthspiel kenne ich als virtuosen Gitarristen aus dem Jazz-Genre. An diesem Abend stellen beide neue Kreationen vor. Ransmayr liest zehn Episoden aus seinem Mikroromanzyklus "Egal wohin, Baby", zwischen den einzelnen Geschichten spielt Muthspiel neun Variationen über die berühmte Arie "Lascia ch'io pianga" aus Georg Friedrich Händels Oper Rinaldo auf der Gitarre. Beide eröffnen Welten, in die ich gerne eintauche. Der Schriftsteller berichtet von fernen, ebenso magischen wie realen Orten und ihrer Geschichte und lässt ins Innenleben des Protagonisten blicken, der sich diesen und deren Bewohner aussetzt. Der Gitarrist widmet sich dem Klagegesang Händels und verleiht ihm alle möglichen emotionalen Schattierungen und führt das Thema durch diverse Stilrichtungen, die sein reichhaltiges musikalisches Universum zu bieten hat. Den Künstlern gelingt es, Spannung und Aufmerksamkeit beim Publikum hoch zu halten, sowohl was die Sprache als auch die Musik betrifft. Ein Gefühl der Harmonie zwischen der literarischen und der musikalischen Welt stellt sich bei mir ein. Dass die Darbietung der Zuhörerschaft im ausverkauften Stadttheater auch gefallen hat, beweist reichlicher Applaus am Ende dieses kunstvollen Abends.
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen