Die gute Erinnerung an den Besuch beim Donaufestival Krems letztes Jahr hat mich auch heuer wieder zum Klangraum Krems in die Minoritenkirche gelockt. Drei Konzerte standen dort am Sonntagabend am Programm, die einiges an Gemeinsamkeiten aufzuweisen hatten. Es handelte sich bei allen um Duette und bei allen kamen elektronische Sounds dominant zum Einsatz. Zosia Holubowska nennt sich Mala Herba und lässt die Zuhörer:innen gemeinsam mit ihrer Begleiterin in abgrundtiefen Bassgewittern baden. Dazu gibt es beschwörenden Gesang mit verbalen Botschaften. Magisch-mystisch wirkt das Ganze. Rachika Nayar und Nina Keith greifen neben Computersounds auch auf elektronisch verfremdete Instrumente wie Klavier und Bassgitarre zurück. Am besten haben sie mir gefallen, als die Darbietung gegen Ende etwas rhythmischer geworden ist. Als Höhepunkt des Abends und Jazz-Insidern durchaus bekannt hat Shabaka Hutchings ein Flötenkonzert gegeben, das ebenfalls in elektronische Soundgebilde eingebettet war und zusätzlich von Elliot Galvin am Klavier und an den elektronischen Reglern unterstützt wurde. Immer dann, wenn auch hier der Rhythmus dominiert hat, war die Aufführung für mich interessanter und mitreißender. Die Minoritenkirche ist ein magischer Raum und seinem Namen "Klangraum" völlig gerecht geworden. Architektur und akustische Eigenschaften dieses alten Gebäudes schaffen eine wunderbare Atmosphäre. Und nicht zuletzt ist es auch die Art der Zuhörerschaft, die den Aufenthalt beim Donaufestival für mich so angenehm macht.
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