Dienstag, 11. November 2025

Gabriel Bianco im Solitär der Uni Mozarteum Salzburg

Die Universität Mozarteum ist für mich als Hörer von Livemusik noch ziemliches Neuland, mit dem ich mich anfreunden will. So habe ich anlässlich des gerade stattfindenden "International Guitar Festival" mit Brasilien-Schwerpunkt nun ein Solo-Gitarrenkonzert des jungen Franzosen Gabriel Bianco besucht. Der Saal im Solitär ist wunderbar, vor allem, wenn man in der ersten Reihe sitzt. Die Musik kommt dabei ohne jegliche elektronische Verstärkung bei mir an, wobei die akustischen Eigenschaften dieses Saales hervorragend sind. Der französische Gitarrenvirtuose trägt Stücke von Komponist:innen aus den letzten zwei Jahrhunderten vor. Erstaunlich für mich ist, wie er das macht. Er verleiht den den Kompositionen Ausdruck und Gefühlsleben, indem er es versteht, Betonungen zu setzen, rhythmisch Spannung zu erzeugen und den Spielraum zwischen laut und leise bis ins Extrem auszuloten. Sogar die Stille erhält in seinem Spiel einen bedeutenden Stellenwert. Bei manchen Stücken dominiert der klassisch-romantische Touch, bei manchen ein spanisch-lateinamerikanisches Feeling. In Erstaunen versetzt hat mich schließlich ein Stück, das mit den klassischen Konventionen bricht und in dem plötzlich Elemente von Popmusik, Jazz und Blues in Andeutung auftauchen. Gabriel Bianco ist ein Gitarrist, der nicht nur durch Technik besticht, sondern ein Künstler, der mich durch sein emotionales Spiel tief drinnen berühren kann. Damit erntet er auch die Sympathie des Saalpublikums, das sich von seiner Performance vollauf begeistert zeigt.

 

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