Man merkt dem Wiener Jazz-Geiger mit starker Brasilien-Connection, Rudi Berger, seine 70 Lebensjahre kaum an, wenn er mit großer Intensität seine Geige erklingen lässt. Er ist der Leader einer Band, die international daher kommt mit zwei Österreichern (Rudi Berger und Pepi Kramer als Perkussionist), drei Brasilianern (Ricardo Fiuza an den Keys, Oswaldo Amorim am E-Bass und Mauro Rodrigues an den Querflöten) und dem Italiener Davide Giovannini am Schlagzeug. Es sind in der Hauptsache Eigenkompositionen von Rudi Berger, welche die hervorragenden Musiker interpretieren, wobei ihnen allen tatsächlich eine brasilianische Note innewohnt. Manchmal klingt das Ganze auch ziemlich orchestral, was auch am Einsatz elektronischer Klänge des Keyboarders liegt. Das rhythmische Element kommt natürlich keinesfalls zu kurz, dafür sorgen die beiden Drummer und auch das hervorragende Bassspiel von Oswaldo Amorim, das mich besonders beeindruckt hat. Freiräume für individuelles Improvisieren gibt es genug für alle Beteiligten. Der Violinensound bedient sich elektronischer Hilfsmittel, ebenso jener der Querflöten. Selten erklingt purer Geigenton, den ich besonders schätze. Ein besonders intimer Moment entsteht für mich, als sich die Band für ein Stück zum Duo reduziert: Violine und Bass improvisieren gemeinsam über das wunderbare "Alone Together". Wie sehr die intime Club-Atmosphäre des Rossstalls auch von Musiker-Seite geschätzt wird, merkt man auch an diesem Abend, der mit begeistertem Publikumsapplaus endet.
Samstag, 15. November 2025
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