Samstag, 8. November 2025

Unlimited39 im Schlachthof Wels

"Bei diesem Festival schaut man über den Horizont des Bekannten, weil man das darüber hinaus Mögliche will." (Siegfried A. Fruhauf) Daher hat es mich auch heuer wieder hingezogen zum ersten Abend dieses dreitägigen Events. Großorchestral hat das Ganze am Freitagabend begonnen mit dem "Vienna Improvisers Orchestra", bestehend aus Streichern, Bläsern, Gesang, Schlagzeug und Electronics, das mit mächtigen Kollektivimprovisationen beeindruckt hat. Als Kontrast kommt als nächster Künstler ein Einzelkämpfer auf die Bühne, der Schlagzeuger Frank Rosaly mit seinem Programm "Bimini", ein US-Amerikaner mit lateinamerikanischen Wurzeln. Er erzeugt auf seinem überdimensionierten Schlagzeug Klänge und Rhythmen, die mich ganz in ihren Bann ziehen. Das ist Musik, die tief in mich eindringt. Sie basiert auf "zeremoniellen Praktiken, rituellen Prinzipien und alten Trance-Techniken", wie im Programmheft zu lesen ist. "Torquoise Dream" kommt ganz ohne Schlagzeug aus. Klavier, Cello, Violine und Gitarre kommen hierbei nicht ihren "klassischen" Aufgaben nach, sondern dekonstuieren diese, indem sie der freien Klang- und Rhythmuserzeugung dienen. Den Abschluss des Abends bildete eine neu zusammengestellte Band aus füng Improvisationstalenten, die sich "The New Quintet" nennt. Diese amerikanisch-österreichische Verbindung mit eigentlich klassischer Jazz-Quintett-Besetzung (Klavier, Bass, Bläser, Schlagzeug) huldigt ebenfalls der freien Impfovisation, wobei mich die Expressivität jedes einzelnen Bandmitglieds begeistert hat. Schön, dass es Music Unlimited nun schon zum 39. Mal gibt und somit wieder Musik der unbegrenzten Möglichkeiten.

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