Sonntag, 9. November 2025

Unlimited39 im Schloss Puchberg

Ein zweiter (Nachmittags)Besuch beim Music Unlimited-Festival ist sich auch noch ausgegangen. Im neuen Veranstaltungssaal des Schlosses gab es drei Konzerte, ein Solo, ein Duo und ein Trio. Solo aufgetreten ist die französische Saxophonistin Sakina Abdou, zuerst mit dem Tenorsaxophon und anschließend auch noch mit dem Altsaxophon. Beeindruckend für mich ist vor allem ihr Ton am Tenorsax, der alle möglichen Facetten zeigt, die aus diesem Instrument herauszuholen sind. Kraftvoll und bestimmt sind ihre Improvisationen mit Mehrstimmigkeit und Schwebungen angereichert. Dafür erobert sie sich nicht nur die Bühne, sondern zieht ihre Wege durch den ganzen Saal und lotet dabei die unterschiedlichen akustischen Eigenschaften verschiedener Stellen im Raum aus. Anders klingt das Altsax. Es bewegt sich mehr in traditionellen Bahnen improvisierender Kunst. Ein Duo aus den Niederlanden bilden Ig Henneman an der Viola und Ab Baars an Saxophon, Klarinette und Flöte. Auch sie improvisieren auf ihren Instrumenten, wobei mir die leisen Stücke lieber waren als die lauten Ausbrüche. Schließlich kommt noch ein internationales Trio zum Einsatz. Ming Wang, ursprünglich aus Taiwan, spielt ein chinesisches Saiteninstrument, eine Guzheng, die sie sowohl zupft, streicht und schlägt, um ein breites Spektrum an klanglichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Der Trompeter Thomas Berghammer zeigt die Sound-Vielseitigkeit seiner Trompete und die Italienerin Isabella Forciniti bedient einen elektronischen Klangerzeuger, der so ziemlich alles kann, von Gekratze und Gezirpe angefangen über tiefgründige Basswellen bis zu rhytmischen Fähigkeiten. Aus allen diesen Komponenten gelingt es den drei Künstler:innen einen wunderbaren klanglichen Fluss mit allerlei Strudeln und Stromschnellen zu erzeugen, dem ich mich als Zuhörer gerne hingebe. 
 

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