Donnerstag, 13. November 2025

Spirit of Musicke im Kardinal-Schwarzenberg-Saal Salzburg

Ich mag Barockmusik aufgrund ihrer scheinbaren Einfachheit, der strengen Form, der Vorhersehbarkeit und auch wegen der rein akustischen Instrumente, mit denen sie gespielt wird. Im Rahmen des Zyklus "Frauenstimmen" hatte ich die Gelegenheit, ein Quartett zu hören, das sich zur Aufgabe gemacht hat, ausschließlich Komponistinnen vor den Vorhang zu holen. Mit dem Programm "Women4Baroque" bringen die vier Musiker:innen, Maria Loos (Blockflöten), Lukas Praxmarer (Barockvioline), Gabriele Ruhland (Barockcello, Viola da Gamba) und Veronika Braß (Cembalo) Kompositionen verschiedener Komponistinnen des 17. und 18. Jhdts. zur Aufführung, wobei mir die Werke einer gewissen "Mrs. Philarmonica" aus London am besten gefallen haben. An der Aufführung schätze ich durch Verzicht auf Elektronik unverfälschten Klang der Instrumente, der sich möglichst nahe am Original der Entstehungszeit orientiert. Großes Können und Einfühlungsvermögen zeichnet die Musizierenden aus, sowohl bei den langsam-getragenen wie auch bei den schnellen Passagen. Und wenn ich bei der von Elisabeth-Jacquet de la Guerre komponierten Sonata Nr. 5 für Violine und Basso continuo genau hinhöre, so taucht plötzlich in der "Courante" der "Walking Bass" aus dem Jazz des 20. Jhdts. auf der gezupften Viola da Gamba auf. So weit liegen musikalische Welten oft gar nicht auseinander. Barockmusik kann auch heute noch begeistern und berühren. Im Kardinal-Schwarzenberg-Saal in Salzburg war es an diesem Abend jedenfalls der Fall.
 

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